2. bis 31. Oktober: Werkschau Kaminski

Nach einem turbulenten Sommer widmet sich die Stadthausgalerie Sonthofen im Oktober dem Werk des deutschen Künstlers Max Kaminski, der zusammen mit Markus Lüpertz und Jörg Immendorff zu den prägenden Malerpersönlichkeiten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zählt. Von Samstag, 2. Oktober, bis Sonntag, 31. Oktober, wird in Zusammenarbeit mit dem Sohn des Künstlers, Simon Kaminski, und Sebastian Lübeck, Meisterschüler Kaminskis und Kurator der Ausstellung, ein Teil der umfangreichen Werksammlung in der Stadthausgalerie gezeigt. Kaminskis Werke bilden die Entwicklungen und den Geist der modernen Malerei seiner Zeit ab. Sie reflektieren die informelle Kunst, die expressive Malerei der frühen 1990er-Jahre und folgen den Spuren des zeitgenössischen Surrealismus.

Das Leben des Künstlers war mitbestimmt von zahlreichen Ortswechseln, die auch die Motivwahl geprägt haben: Mexiko, Südfrankreich, Augsburg – um nur einige Stationen zu nennen. Als Konstante im Werk Max Kaminskis könnte man somit den Wechsel bezeichnen, nicht nur in Bezug auf die Motivwahl, sondern auch auf verschiedene Techniken, Ausdruck und Expressivität. So treffen in der Stadthausgalerie auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Zyklen wie die „Danzas Macabras“ (Radierungen) und Anne-Maries Garten (Öl auf Leinwand) aufeinander.

 

"Anne-Maries Garten" (Öl auf Leinwand, 2008) © Simon Kaminski
"La Seniora Sobre" (Öl auf Leinwand, 2000) © Simon Kaminski

Folgende thematische Serien sind außerdem vertreten:

„Ubu Roi“ (Leinwand und Radierung)

„Empedokles“ (Leinwandarbeiten)

„Judith und Holofernes“ (Leinwand, Zeichnung und Gouache auf Papier)

„Rue Paradis“ (Leinwand und Zeichnung)

„Guglielmi“ (große Pastelle auf Papier)

Gerade der Werkzyklus „Danzas Macabras“, der im Zusammenhang mit Max Kaminskis Aufenthalten in Mexiko entstanden ist, wirkt auf den Betrachter archaisch, vielleicht auch etwas morbid. Doch was den Künstler an Mexiko und seinen Menschen faszinierte, war eben das Archaische, Wilde, Kraftvolle. Der Tod als Teil des Lebens – ein ständig wiederkehrendes Motiv des Künstlers Max Kaminski.

Als malerisches Prinzip lässt sich die Suche festmachen, die auch eine Suche nach dem menschlichen Sein ist. So lösen sich auf vielen Bildern Formen und Figuren auf und finden sich im Auge des Betrachters wieder zusammen. Die Deutung seiner Werke wollte der Kaminski sowieso am liebsten dem Rezipienten seines Werks überlassen. So hat er seine Arbeitsweise häufig mit den Worten „Ein Maler redet nicht, er arbeitet“ zusammengefasst. Das Team der Stadthausgalerie freut sich auf zahlreiche Besucher/innen, die der Einladung des Künstlers, sich mit seinem Werk auseinanderzusetzen und zu einer eigenen Sichtweise zu gelangen, folgen werden.

Lebenslauf Max Kaminski

Max Kaminski wurde 1938 in Königsberg in Ostpreußen geboren. Nach der Flucht aus Ostpreußen verschlug es die Familie nach Oldenburg, wo der Künstler später auch die Schule besuchte. An der Universität der Künste in Berlin studierte er bei Hans Jaenisch, Peter Janssen und Wolf Hoffmann und schloss als Meisterschüler von Hann Trier sein Studium ab. Immer wieder ging er auf Reisen, nach Jugoslawien, Griechenland, lebte für zwei Jahre in Lateinamerika, später in Italien und Frankreich. Frühzeitig fand Kaminski seine wichtigsten Förderer, das Galeristen-Ehepaar Walter und Irene Schüler. Es folgten Auszeichnungen, u.a. Kunstpreis der Villa Romana in Florenz, sowie wichtige Ausstellungen im In- und Ausland, u.a. Teilnahme an der documenta 6. Er war Mitglied des Deutschen Künstlerbundes und nach Gastprofessuren in Berlin und Karlsruhe wurde er 1980 zum Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe ernannt. 2019 ist der Künstler leider verstorben. Seine Werke hängen in vielen Sammlungen und Museen weltweit.

Anlässlich der Vernissage stellte Dr. Thomas Elsen, Kunstsammlungen Augsburg, Leitung H2 im Glaspalast Leben und Werk des Künstlers Max Kaminski vor. 

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